Ian Rankins Edinburgh für Krimifreunde – Drei Tipps

14 Mrz

Wenn an ersten Herbsttagen der gemeine Mitteleuropäer bereits nach seiner Winterjacke kramt, trotzt der Schotte dem schneidenden, über die Nordsee heranjagenden Wind lächelnd im T-Shirt.  So war das zumindest bei meinem letzten Besuch in der Stadt im Norden der britischen Insel. Insgesamt bietet sich dem Besucher viel Leben auf den Straßen und eine interessante Mischung aus mittelalterlich anmutenden verwachsen aneinander drängenden Mauern, hochherschaftlichen viktorianischen Stadthäusern und den typischen kompakten Arbeitersiedlungen.

Edinburgh ist zugleich die Heimat des großartigen John Rebus. Das ist der Detektiv, den sich der Schotte Ian Rankin vor mittlerweile einem guten Viertel Jahrhundert erdacht hat. Da Rebus jetzt nach einer längeren Pause wieder auf Mörderjagd geht, will ich meine kurzen Eindrücke seines „Fanggrundes“ schildern. Hier also meine drei Edinburgh-Orte aus eigener Anschauung

Edinburgh Castle – Das Neuschwanstein des Nordens

Edinburgh vom Edinburgh Castle aus gesehen

Edinburgh vom Edinburgh Castle aus gesehen © Kanter

Vermutlich ist der Vergleich mit dem märchenhaft konstruierten, gertenschlanken Schloss Neuschwanstein gewagt, aber das gedrungene Edinburgh Castle thront mindestens genauso selbstbewusst über der Stadt wie Ludwigs Traumhaus. Vor allem aber ist es mindestens ebenso überlaufen und ähnlich abschreckend effektiv organisiert.

Ja, man kann das Schloss besichtigen: Das ist nicht ganz billig und ziemlich wuselig. Auch die für Touristen herangekarrten „Mel Gibson-William Wallace“-Schotten, die in historischen Kostümen kleine Szenen aufführen, sind eher anstrengend, aber dennoch lohnt sich der Besuch. Erstens ist das Schloss ein Nationalheiligtum und zweitens gibt es von abgelegenen Schießscharten aus einen großartigen Blick über die Dächer der Stadt – und so mitten im Trubel einen beinahe meditativen Augenblick

Tauchbad in die Vergangenheit: Die Old Town

Straße in der Old Town von Edinburgh © Jan Kanter

Straße in der Old Town von Edinburgh © Jan Kanter

Touristenfalle Teil2. Grassmarket und die angeschlossenen Gassen sind ist eine mittelalterlich anmutendes Viertel am Fuße des Schlossberges im älteren Teil der Stadt (Edinburgh hat eine Old Town und eine New Town, der Rest zählt offenbar nicht). Auch hier schieben  sich die Touristen entlang, aber sie drängen sich eben an einigen der ältesten Pubs der britischen Inseln vorbei. Und wer kann sich schon der besonderen Pub-Atmosphäre mit klebrigem Tresen, klingelnden Spielautomaten und dröhnendem Fernsport entziehen, wenn das Bier Pint-weise ausgeschenkt wird.

Mums – Ein perfektes Diner

Mums Diner in Edinburgh © Kanter

Mums Diner in Edinburgh © Kanter

Essen wie bei Muttern ist bei Deutschland der einfachste Slogan, der mich zu einem weiten Bogen um ein Restaurant treibt. Bei Mums in Edinburgh ist das ganz anders. Eingerichtet im schlichten Diner mit nur teils standfesten Stühlen und dem Retro-Design der späten fünfziger Jahre, serviert das Team hochwertige britische Hausmannskost, Burger mit Pommes, Sausages, Pie und andere eher schlichte Gerichte. Der besondere Spaß liegt in der Qualität der Zutaten und insbesondere der Leidenschaft, mit dem das eher studentisch-herumtreiberisch wirkende Personal die Gerichte an den Mann bzw. auf den Tisch bringt. Wer die Muße hat, kann sich ja die Anekdoten über die Hausbrauerei erzählen lassen.

 

Mehr Texte über Schottland gibt von mir gibt es auf der Schottlandseite des Reiseportals my-Entdecker.de



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