Poznanski&Strobel schreiben mit „Fremd“ einen beinahe perfekten Thriller

24 Nov

Eine alleinstehende Frau bereitet sich auf den Abend vor. Es soll ein gemütlicher Abend auf dem Sofa werden. Doch daraus wird nichts. Erstens steht nicht nur ein Fremder im Wohnzimmer, er behauptet zweitens auch noch, der Lebensgefährte der Frau zu sein. Dieses Alptraumszenario erlebt, so wollen es die beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel in ihrem Thriller „Fremd“ eine junge Frau.

Ein Thriller eines ungewöhnlichen Autoren-Duos

Es hat sich ein profiliertes Duo zusammengefunden, sowohl Ursula Poznanski („Fünf„) als auch Arno Strobel („Das Rachespiel„) haben bereits mehrere Krimis geschrieben, die sich in den einschlägigen Bestsellerlisten wiederfanden.

Fesselndes Verwirrspiel um eine Partnerschaft

Der besondere Reiz bei Fremd liegt darin, dass sie die Geschichte um die eingebildete oder tatsächliche Partnerschaft gleichberechtigt aus den Perspektiven beider Beteiligter erzählen. Joannas Entsetzen über den fremden Mann in ihrem Leben ist genauso glaubwürdig, wie die Verzweiflung von Erik darüber, dass seine Verlobte ihn nicht wiedererkennt. Immerhin raufen sie sich soweit zusammen, dass sie gemeinsam versuchen herauszufinden, was genau eigentlich los ist. Beide mit einem gesunden Misstrauen, dass der jeweils andere ihn belügen könnte.

Ursula Pozanski und Arno Strobel schreiben den perfekten Spannungsroman

Der Wienerin Ursula Poznanski und dem Saarländer Arno Strobel ist mit „Fremd“ und seinen wechselnden Erzählperspektiven der perfekte Spannungsroman gelungen, der die Lust des Lesers am Mitraten, wer denn nun wen auszunutzen versucht, bestens bedient. Idee, Tempo und Figurenzeichnung verbinden sich zu einer Thrillermischung, die das Prädikat „fesselnd“ verdient.

Einen kleinen Schönheitsfehler hat „Fremd“ auch

Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es auch. Die Konstruktion des Thrillers bedingt, dass die Suche nach der Auflösung im Mittelpunkt steht, die eigentliche Begründung für die Inszenierung des Verbrechens (es hat eines stattgefunden, soviel sei verraten)  bleibt aber eher diffus bis oberflächlich. Aber das ist, wie gesagt, ein nur kleiner Schönheitsfehler, den „Fremd“ mit vielen Hochspannungsthrillern US-amerikanischer Produktion teilt. Kurz gesagt: Lesen!

Ursula Poznanski, Arno Strobel: Fremd, Wunderlich, 393 S., 16,99€, VÖ: 30. Oktober 2015