Ilja Albrechts „Kalter Zorn“: Ein sehr solider, spannender Krimi

5 Jan

Ausgerechnet die westfälische Provinz wird zum „Spielplatz“ eines ganz besonders abgefeimten Serienmörders. Zunächst stirbt eine US-amerikanische Austauschschülerin. Die junge Frau wurde vor ihrem Tod noch stundenlang brutal gefoltert, ihr Tod sorgfältig inszeniert.

Grausame Morde in der westfälischen Provinz

Die örtlichen Behörden rufen Angesichts der Grausamkeit des Verbrechens sofort  das Bundeskriminalamt zur Hilfe – und so macht sich Fallanalytiker Kiran Mendelsohn zusammen mit seinem Team auf den Weg in den Westen. Schon bald wird Mendelsohn viel weiter in den Westen reisen müssen, als ihm lieb ist. Schnell finden die Ermittler heraus, dass es ähnliche Fälle in den USA gab.

Ein Berliner Bulle in Quantico

Auf der Suche nach einem internationalen Serientäter muss der Berliner Bulle also nach Quantico zum FBI, wo er zu allem Überfluss einst sein Handwerk erlernt hatte. Mendelsohn hat sich dabei nicht nur einem raffinierten Täter sondern auch den Dämonen seiner eigenen, gelinde gesagt nicht eben unkomplizierten Vergangenheit zu stellen.

„Kalter Zorn“: Wieder ein sehr solider Krimi

Dieses Szenario hat sich der auf Malta lebende Autor Ilja Albrecht für seinen zweiten Krimi um seinen Fallermittler Kiran Mendelsohn erdacht: „Kalter Zorn“ ist wieder ein sehr solider Krimi, schnörkellos und sehr spannend erzählt. Kritisch könnte man anmerken, dass er insgesamt recht konventionell gehalten ist, dabei aber dennoch ungemein gut unterhält

Ilja Albrecht variiert gekonnt das Motiv des einsamen, alternden Wolfs

„Kalter Zorn“ lebt wie der erste Band „Sibirischer Wind“ dabei in erster Linie von dem interessant erdachten Ermittler, der das Thema „einsamer alternder Wolf“ interessant variiert, und vom klug erdachten Setting, das beklemmende, neue Facetten von Schein und Wirklichkeit beleuchtet.

Ilja Albrecht, Kalter Zorn, Blanvalet, 319S., 8,99€, VO: 16. November 2016