Kategorien
Neu

Scott Bergstrom lässt in Cruelty eine 17-Jährige auf Europas Unterwelt los

Es ist ja immer ein wenig heikel, sich über das Unglaubwürdige im Thriller zu beklagen. Das Genre lebt ja schließlich davon, dass einem nichts Böses ahnendem Zeitgenossen, ein ganzer Stapel schier unlösbarer Probleme vor die Füße gekippt werden.

Lee Childs lässt seinen Jack Reacher seit Jahrzehnten als unbezwingbare Ein-Mann-Armee ziellos durch die USA reisen, Philip Kerrs Bernie Gunther überlebt äußerlich unbeschädigt die Duelle mit allen möglichen Nazi-Größen. Alles ausgemachter Blödsinn, aber alles ungemein unterhaltsam. In diese Kategorie fällt auch „Cruelty“ von Scott Bergstrom – und das liegt an der Hauptdarstellerin.

Teenager ohne Freunde und Wurzeln

Eben noch war die 17-Jährige Gwen ein halbwegs normaler Teenager in New York. Altersgerecht kämpft sie mit gemeinen Mitschülerinnen, als Diplomatenkind ist sie zwar herumgekommen, spricht eine Reihe Sprachen fließend, ist aber durch das Nomadenleben auch nicht besonders fest in ihrer neuen Heimat verwurzelt. Ihr Vater hat sie seitdem die Mutter vor Jahren ermordet worden war, alleine aufgezogen.

Bergstrom inszeniert die Suche nach dem Vater

Eines Tages verschwindet der Mann, der doch eigentlich Bürokrat im Diensten des Außenministeriums ist, spurlos. Ermittler erzählen dem Teenager, dass ihr Vater eigentlich CIA-Agent ist, und im Einsatz spurlos verschwunden. Die Tochter wird erst verhört, dann ignoriert. Gwen  findet einen Hinweis und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater.

Atemlose Jagd quer durch Europa

Die Spur führt nach Europa, zunächst nach Paris, dann über Berlin nach Tschechien. In jeder Stadt muss sich die junge Frau mit immer gemeineren und gefährlicheren Verbrechern auseinandersetzen. Sie trifft auf Drogendealer, Waffenschieber und Menschenhändler. Um ihren Vater befreien zu können, muss Gwen erwachsen und vor allem immer grausamer werden, um sich dem Bösen entgegenzustemmen, dass versucht, sie hinwegzufegen.

Eine gute Balance aus Klischees und originellen Ideen

Auf der Glaubwürdigkeitsskala steht Cruelty sehr weit unten. Eine Siebzehnjährige, die zur Superkämpferin mutiert und reihenweise, Auftragskiller, Söldner und Gewohnheitsverbrecher ausschaltet? Aber ehrlich gesagt, macht das nicht viel aus. Freunde des Genres werden sich trotzdem gut unterhalten fühlen. Erstens bleibt Bergstrom seiner Akteurin dicht auf der Pelle, erlaubt sich kaum einen Perspektivwechsel, kaum Reflexion, das erhöht das Tempo, die Spannung. Zweitens funktioniert die Welt, in die Bergstrom seine Heldin schickt sehr gut. Das Leben im Unterbauch der Städte, zwischen Obdachlosen, Ausreißern, Vertriebenen und Kleinkriminellen hält eine gute Balance aus Klischees und originellen Ideen. Wer sich auf den Plot einlassen kann, der wird „Cruelty“ kaum aus der Hand legen wollen.

Scott Bergstrom, Cruelty, Rowohlt Polaris, 429 S., 14,99€, VÖ: 17. Februar 2017

Kategorien
Neu

Gute Nachrichten für Bernie-Gunther-Fans: Philip Kerr schreibt The Lady from Zagreb und zwei weitere Krimis der Serie

Philip Kerr hat wieder einmal Bernhard Gunther von der Leine gelassen: Dieses Mal muss sich der knorrige Detektiv mit Widersachern in Zagreb und der Schweiz auseinandersetzen.  Wie schon beim letzten Band „Wolfshunger“ ist das streng genommen wieder ziemlich unglaubwürdiger Blödsinn – und vermutlich gerade deshalb wieder ein großer Spaß.

Bernie Gunther trifft mal wieder eine Damsell in Distress

Im zehnten Band der Serie lebt Gunther als gescheiterte Existenz, wie auch sonst, an der Côte d’Azur. Bei einem Kinobesuch sieht er einen Film mit einem deutschen Filmstar und betritt in einen Pfad wehmütiger Erinnerungen. Und der beginnt so:  Joseph Goebbels bittet Gunther, ihm einen „privaten“ Gefallen zu tun. Er hat sich in besagte Schauspielerin verguckt, die wegen privater Probleme sich aber weigert, in Berlin, beziehungsweise Babelsberg mit dem Dreh zu beginnen, wo der Propagandaminister der Schönen näher zu kommen hofft. Bernie Gunther soll also die Probleme der Diva aus der Welt schaffen. Es kommt, wie es bei Kerr und Gunther immer kommen muss: Der Cop verguckt sich in die Damsel in Distress, gerät beim Versuch der Schönen zu helfen in massive Schwierigkeiten, legt sich mit allerlei Nazigrößen an, schwebt in Lebensgefahr, deckt eine gigantische Verschwörung auf – und muss am Ende einmal mehr ohne Happy End auskommen.

Bernie Gunther, die brillante Erfindung Philip Kerrs

Philip Kerr strickt seine Detektivgeschichten, die er im Deutschland der Nazizeit ansiedelt, mittlerweile nach dem immer selben Muster. Der Brite schert sich dabei immer weniger um Originalität oder Glaubwürdigkeit. Und dennoch funktionieren die Krimis immer wieder. Die Figur des Bernie Gunter ist einfach brillant erdacht, der abgebrühte Polizist, der immer wieder versuchen muss, sich mit den Monstern der Nazizeit auseinanderzusetzen ohne dabei selber zum Monster zu werden, ist eine herrlich altmodische Heldenfigur. Kerr gelingt es dabei aber auch, durch seine Schilderungen von Nazi-größen und deren Handlangern immer wieder gekonnt die Banalität des Bösen aufzudecken.

Keine Einstiegsdroge, aber ein Muss für Fans

Wer noch nie einen Krimi der Serie gelesen hat, sollte eher die Finger von der Neuerscheinung lassen und sich lieber die ersten drei Bände der Serie vornehmen. Die sind deutlich die bessere Einstiegsdroge und absolut und unbedingt für jeden Krimileser empfehlenswert.  Die beiden jüngsten Bände sind eher für eingefleischte Fans geeignet, die werden aber wieder sehr großen Spaß haben.

Kein Ruhestand für den Berliner Polizisten in Sicht

Und offenbar ist die Fangemeinde so groß, dass es mindestens noch zwei weitere Bände gibt beziehungsweise geben wird, obwohl Kerr eigentlich schon nach dem vorletzten, dem neunten Band, seinen Detektiv in den wohlverdienten Ruhestand schicken wollte. Ein paar Jahre ohne Aufregungen an der Côte d’Azur, vielleicht mit einer schönen Frau an der Seite, in jedem Fall mit einem ausreichenden Vorrat an Schnaps und Zigaretten, würde man Bernhard Gunther schon gönnen.

So geht es für Bernie-Gunther-Liebhaber weiter:

Wer „The Lady from Zagreb“ auf Deutsch lesen will, muss sich noch etwas gedulden. Alle anderen können sich sogar schon auf die Originalausgabe von Band 11 „The Other Side of Silencestürzen. Die ist seit Ende März im Handel. Man kommt also kaum hinterher…

Philip Kerr, The Lady from Zagreb, Quercus Press, 8,50€, VÖ: 7. April 2015

Kategorien
Neu

Besonders fiese Morde in Neuntöter von Ule Hansen

In der Liste der fiesesten Morde nimmt folgende Variante einen Spitzenplatz ein. Das Opfer wird fest in Panzertape eingewickelt und lebendig an einem einsamen Ort in lufiiger Höhe mit (trügerischer) Aussicht auf Freiheit aufgehängt. Der Tod ist, man ahnt es, extrem langsam und besonders qualvoll.

Berlin-Krimi-Debüt eines neuen Autorenduos

Diese besonders hinterhältige Mordvariante hat sich das unter dem Kunstnamen Ule Hansen schreibende Autorenduo Astrid Ule und Eric T. Hansen für ihr Krimidebüt „Neuntöter ausgedacht. Eine derart zugerichtete Leiche findet jedenfalls ein abenteuerlustiger Junge, der verbotenerweise in dem virtuellen Haus am Leipziger Platz in Berlin herumtobt. Für alle Nichtberliner: Mitten im Herzen Berlins, am ansonsten schick bebauten Leipziger Platz, gibt es noch immer eine Baulücke, die mit einer Art Potemkinschen Dorf (einem Potemkinschen Haus, um genau zu sein) kaschiert wird.

Ule Hansen finden einen neuen Tatort im Herzen Berlin

Mitten im trubeligen Berlin nahe dem Touristenmagnet Potsdamer Platz haben die Autoren tatsächlich einen einsamen, hinreichend mysteriösen Ort gefunden, der sich perfekt als Tatort eignet.  Schnell merken die Polizisten bei der Besichtigung des Tatorts: Es gibt nicht eine, sondern gleich drei Leichen, weshalb die Kollegen von der operativen Fallanalyse hinzugezogen werden, die Profile von Serienmördern erstellen helfen.

Eine Ermittlerin, die zwischen Abgründen balanciert

Im Zentrum dieser Truppe steht Emma Carow, die psychisch selber dicht am Abgrund entlang balanciert, insbesondere, nachdem der Mann, der sie einst verschleppt und über Tage misshandelt und vergewaltigt hatte, sehr ungeniert die öffentliche Bühne betritt. Carow blickt also beruflich wie privat in ausgesprochen hässliche Abgründe, die wie es Nietzsche einst formulierte, natürlich zurückstarren.  Allen Widrigkeiten zum Trotz nähert sich die Fallanalytikerin in schleifenartigen Gedanken und  Analysen langsam  einem Täterprofil an – und deckt dabei in Person des Täters, der zuvor noch weitere Menschen auf grausige Weise umbringt, weitere dunkle Seiten des menschlichen Daseins auf.

Neuntöter lohnt wegen einer sperrigen Ermittlerin

Lohnt sich die Auseinandersetzung mit der neuesten Schöpfung in der deutschen Krimi-Ermittler-Szene? Ja, aber. Ein deutliches ja, weil „Neuntöter“ mit hohem Tempo und emotional sehr fesselnd aufgeschrieben ist. Es fällt zudem leicht, mit der sperrigen Ermittlerin durch deren kompliziertes Leben zu stolpern. Ein Randaspekt: Für diejenigen, die die Hauptstadt mögen, wird das Berlin-Feeling gut eingefangen.

Einige kleine Schönheitsfehler bei Ule Hansen

Und nun zum  „aber“. Wer komplexe, raffiniert verwickelte Kriminalgeschichten mag, wird meiner Ansicht nach nicht sehr zuvorkommend bedient. Ein hohes Erzähltempo geht im Krimi ja häufig zu Lasten der Raffinesse. Das ist hier, obgleich die Geschichte einfallsreich mit vielen Ideen angereichert wurde, der Fall, auch wenn das widersprüchlich erscheint. Außerdem hatten Plot und Charaktere leichte Glaubwürdigkeitsdefizite, die über das Maß, das man in einem herausragenden Krimi erwarten würde, hinausgehen.

„Neuntöter“ von „Ule Hansen“ ist also insgesamt spannende Krimi-Unterhaltung mit leichten Schönheitsfehlern. Für Vielleser würde ich eine Leseempfehlung abgeben, weil genug originelle Ideen den Erstling über den Krimi-Durchschnitt erheben.

Ule Hansen, Neuntöter, Heyne, 495 S., 16,99€, VÖ: 29. Februar 2016

Kategorien
Neu

Silja Ukena, Der Eismann: Gelungenes Krimi-Debüt mit packendem Plot

Im Moloch Berlin hat die Vorweihnachtszeit selten etwas Besinnliches. Das muss auch Kommissar Bruno Kahn erleben. Mitten in den Vorbereitungen auf den Feierabend wird der Polizist aus seiner Dienststube in eine Kleingartenkolonie nach Lichtenberg gerufen, weil dort ein Toter gefunden wurde. Es ist relativ schnell klar, dass es sich um Mord handelt, wurde der ältere Mann doch nackt an einen Stuhl gefesselt gefunden.

In rascher Folge tauchen weitere Tote auf. Für Kahn, der als klassischer einsamer Wolf durchs Leben grantelt, ist es damit endgültig mit der besinnlichen Zeit vorbei, Weihnachten hin oder her.  Kaum jemand will ihm zunächst glauben, als er in scheinbar völlig unterschiedlichen Fällen Zusammenhänge erkennt.

Ermittlungen in einem sibirisch kaltem Berlin

Der arme Mann hat dabei nicht nur mit komplizierten Ermittlungen, einer vorlauten jungen Kollegin und Vorgesetzten, die seine Akten schnell abgeschlossen sehen wollen, zu kämpfen, sondern zu allem Überfluss mit einem nachgeradezu sibirischen Winter.

Die Journalistin Silja Ukena hat sich Bruno Kahn und seine Fälle ausgedacht. „Der Eismann“ heißt ihr erster Roman, der sehr unterhaltsam gelungen ist.

Einige kleine Schönheitsfehler in „Der Eismann“

Auf den ersten Seiten war ich offen gestanden eher skeptisch.

Ich kann es nicht leiden, wenn im Krimi im Dialekt geschrieben wird. Insbesondere, wenn damit auf den beschränkten Bildungshorizont der Figuren hingewiesen wird. Und wenn schon „berlinert“ wird, dann auch konsequent. Nicht nur der Lichtenberger Kleingärtner, auch die Kreuzberger Jungpolizistin mit italienischen Wurzeln, die im Kiez aufgewachsen ist, dürfte eine leichte Klangfärbung aufweisen.

Auch mit Berlin-Mitte als Lebenszentrum des Ermittlers ist für mich als Vielleser eher mäßig originell. Man immer das Gefühl, dass hier für den Markt geschrieben wird. Viele Touristen werden den Hackeschen Markt,  Museumsinsel und Friedrichsstraße wiedererkennen.

Und schließlich sind viele Figuren rund um Kommissar Kahn reichlich blass geraten.  Teile des Ermittlerteams aber auch andere Nebenfiguren stehen eher unmotiviert  im Bühnenbild herum.

Silja Ukena sucht vertrautes Terrain fürs Debüt

Meine Interpretation: Die Autorin hat sich für ihr Debüt erstens vertrautes Terrain gesucht, von dem man annehmen kann, dass es beim Publikum „funktioniert“ und zweitens beim Schreiben schon eine Fortsetzung im Kopf gehabt. Beides wäre ja legitim, stört vermutlich auch nur den viellesenden Krimi-Blogger

„Der Eismann“ ist spannend, und damit richtig gut

Ukena erfüllt aber bei allen kleineren Schönheitsfehlern die wichtigste Schlüsselqualifikation für eine Krimi-Autorin: Sie hat sich eine ungemein spannende Geschichte, die weit in die deutsch-deutsche Geschichte zurückreicht,  ausgedacht und diese auch noch mit krimi-gerechten Verwicklungen und hohem Tempo aufgeschrieben. Insofern ist „Der Eismann“ richtig gut geworden: Es ist eines von diesen Büchern, bei denen der Alltag nicht beim Lesen stören darf.

Und so ganz nebenbei ist ihr mit dem Eigenbrötler Bruno Kahn auch ein hinreichend komplexer Ermittler gelungen, dem man gerne beim Ermitteln und beim genre-typische Durchs-Leben-stolpern folgt.

Silja Ukena, Der Eismann, Blanvalet, 384S., 19,99€

Kategorien
Neu

Kathrin Langes Gotteslüge, ein Hochgeschwindigkeitskrimi mit leichten Schwächen

Viel Zeit bekommt der Leser nicht. Er hat ungefähr so lange Ruhe, wie ein durchschnittlich trainierter Jogger braucht, um den ehemaligen Runway des Flughafens Tempelhof zu überqueren. Genau dort ereilt den Berliner Polizisten Faris Iskander der Anruf von Kollegen, der ihn an den Tatort in einem Berliner Hotel beordert. Dort wurde die ehemalige Lebensgefährtin Iskanders vergewaltigt und ermordet aufgefunden.

Kathrin Lange drückt in Gotteslüge gewaltig aufs Tempo

Zeit für einen Schock oder gar Trauer bleibt Iskander nicht. Kathrin Lange, die sich den Kommissar mit ägyptischen Wurzeln erdacht hat, drückt so gewaltig aufs Tempo, dass der Leser mindestens genauso außer Atem gerät wie ihr Kommissar bei seiner Hetzjagd durch die Hauptstadt. Der Beamte, der sich eigentlich noch vom Trauma des vergangenen Falles („40 Stunden“) erholt, als sein Freund und Kollege in die Luft gesprengt worden war, hat es offenbar erneut mit einem psychopathisch getriebenen Täter zu tun.

Ein Unbekannter will Kommissar Iskander zum Mord treiben

Jedenfalls muss Iskander, noch immer in Laufklamotten, hilflos mitansehen, wie sich unter dem Schatten der Gedächtniskirche ein Jugendlicher in die Luft sprengt. Zuvor übermittelt der junge Muslim dem Polizisten noch eine Botschaft: Das nächste Mal werde er, Iskander, auf den Auslöser drücken. Tatsächlich sieht sich der Ermittler bereits wenige Seiten weiter derart in die Enge getrieben, dass er von den Kollegen verfolgt mit einem Sprengsatz in der Tasche durch Berlin irrt. Verzweifelt versucht er herauszufinden, wer seine Schwester in der Gewalt hat und ihn zu der tödlichen Hatz zwingt, bei er zugleich Jäger und Gejagter ist.

Faris Iskander, eine gelungene Ermittlerfigur

Kathrin Lange hat mit Faris Iskander eine gelungene Figur erdacht, einem Polizisten, dem man gerne bei der „Arbeit“ zusieht. Außerdem versteht sie sich darauf, ihren Plot mit hohem Tempo voranzutreiben und so eine gute Portion an fesselnder Spannung zu servieren: Insofern ist „Gotteslüge“, der zweite Fall von Faris Iskander sehr gelungen.

Gotteslüge, ein gelungener Krimi mit drei kleineren Schwächen

Lange fokussiert sich allerdings noch stärker als im ersten Band auf ihren Protagonisten, alle anderen Figuren bleiben vergleichsweise blass. Ausnahme wäre allenfalls der Gegenspieler, der in inneren Monologen als „der Andere“ eingeführt wird. Hier greift die Autorin zu einem gleichermaßen beliebten wie abgenutzten Stilmittel. Das wäre die erste von drei kleneren Schwächen, die ich bei Kathrin Langes neuem Krimi auflisten möchte. Die beiden anderen kommen ziemlich zum Ende des Krimis zum Tragen: Am Schluss wird zweitens der Plot mit immer ausgeklügelteren Fallen für den Polizisten leider über das Maß hinaus unglaubwürdig und drittens bin ich kein großer Fan vom Cliff-Hanger im Kriminalroman. Das ist so eine Unsitte, die offenbar die Lektoren den Autoren in jüngerer Zeit immer häufiger ins Manuskript diktieren, damit die Vermarktungsmaschinerie perfekt läuft. Richtig gute Krimis haben das auch in Zeiten verkürzter Aufmerksamkeitsspannen der Mediennutzenden im 21. Jahrhundert nicht nötig.

Ein wenig verdirbt sich die Autorin am Schluss einen insgesamt ordentlichen Krimi-Eindruck…

Kathrin Lange, Gotteslüge, Blanvalet, 413S., 9,99€ VÖ: 16. März 2015

Autor:

Kategorien
Schauplätze

Schwere Jungs und preußische Ordnung: Verbrechen in Berlin von Regina Stürickow

Wer regelmäßig Krimis liest, beschäftigt sich zwangsläufig mit den Abgründen der menschlichen Seele. Wer darüberhinaus noch die Nachrichten verfolgt, muss leider immer wieder feststellen, dass die Wirklichkeit oft viel grausamer ist als jede noch so tiefschwarze Phantasie eines Schriftstellers. Der Mensch ist eben ein kreatives Wesen – und das zeigt sich leider auch im kriminellen Bereich.

Echte Morde in „Verbrechen in Berlin“

Echte Verbrechen, brutale Morde und die Suche nach den Tätern stehen also im Mittelpunkt des kleinen Bandes „Echte Verbrechen“. Genauer gesagt geht es um Morde und andere Untaten, die im historischen Berlin zwischen 1890 und 1960 begangen wurden.

Einblicke in den preußischen Obrigkeitsstaat

Das Buch der Historikerin Regina Stürickow lohnt allein wegen der darin zusammengetragenen Originaldokumente, die einen faszinierenden Blick in die deutsche Geschichte gewähren. So verrät ein Foto aus dem Inneren eines Polizeireviers aus dem Jahre 1906 mit wilhelminischen Bärten tragen uniformierten Polizisten so ziemlich alles, was man über Preußen wissen muss. Gestus und Habitus der Beamten, die in dem Moment festgehalten sind dokumentieren einen Obrigkeitsgläubigen Staat.

Außerdem gibt es einige wenige Straßenaufnahmen, die zeigen, wie Berlin eins aussah. Anrührend sind auch die vielen Tatortskizzen, Aktenvermerke und Flugblätter. So richtete sich ein Aufruf an alle Barbiere und Friseure der Stadt. Darin war die Suche nach einem Vollbart-tragenden Verbrecher aufgeführt. An die Friseure wandten sich die Ermittler, weil sie glaubten, dass der Täter, um sich zu tarnen das auffällige Stück wohl abnehmen lassen werde. Tatsächlich wurde der Täter, der im Hotel Adlon einen Geldbriefträger ermordet hatte, dann in Dresden wegen eines anderen Mordes gefasst und überführt.

Regina Stürickow hat 32 spektakuläre Fälle zusammengetragen

Insgesamt 32 Fälle führt die Autorin auf, beginnend in der Kaiserzeit, durch Weimarer Republik und Nazi-Deutschland hindurch bis zum Nachkriegs-Berlin. Neben der Typologie des Verbrechens bekommt der Leser auch einen Einblick in die sich wandelnden Aufklärungsmethoden, wobei offenbar auch die Persönlichkeit der Ermittler, Täter zu Geständnissen zu bewegen, eine Rolle spielt. Das erinnert dann wieder sehr an die fiktionalen Kriminalromane.

Ein reales Bild der Berliner Halbwelt

„Verbrechen in Berlin“ ist kein besonders bedeutsames Buch, es ist noch nicht einmal besonders schön gestaltet, aber es ist für denjenigen, der sich sowohl für Krimis als auch Geschichte interessiert, eine überaus unterhaltsame Lektüre. Regina Stürickow hat zahlreiche Details aus der Geschichte der Berliner Unterwelt zusammengetragen, die ein bedrückend reales Bild jener oft verklärten Halbwelt der Metropole zwischen 1890 und 1960 zeichnen.

Regina Stürickow, Verbrechen in Berlin, Eisengold, 206S. 24,95€, VÖ: September 2014

Autor:

Kategorien
Neu

Jan Fabers „Der Lobbyist“ – nur teilweise unterhaltsamer Krimi-Durchschnitt

Es gibt einen neuen Krimi von Jan Faber. Der Thriller „Der Lobbyist beschäftigt sich mit den Strippenziehern in den Hinterzimmern der Macht.

Kategorien
Neu

„Bevor die Nacht kommt“ von Simon Jaspersen: Starkes Thema zwiespältig umgesetzt

Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Berlin. Vier Frauen wurden verschleppt, misshandelt, erdrosselt und am Ende achtlos weggeworfen. Die Polizei ist sehr sicher, den Täter gefunden zu haben. Allein der junge Psychiater Dalus zweifelt an der Schuld seines ehemaligen Patienten obgleich de wahrlich kein Sympathieträger ist.

Suche nach einem Serienmörder und der lieben Verwandtschaft

Das ist die Ausgangslage in „Bevor die Nacht kommt“ von Simon Jaspersen. Dalus muss nicht nur seinen Patienten auftreiben, bevor die Polizei, die nicht gerade zimperlich ist, den Mann zu Tode hetzt. Auch seine Schwester, die der junge Mediziner vor Jahren aus den Augen verlor, ist verschwunden, nachdem sie kurz zuvor noch überraschend ihren Besuch angekündigt hatte.

Verschwörung in den 20er Jahren

„Bevor die Nacht kommt“ spielt in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges mit allen Verwerfungen und politischen Wirrungen, die jene Zeit mit sich brachte. Simon Jaspersen rührt daraus einen sehr interessanten Plot mit vielen überraschenden Wendungen, einer veritablen Verschwörung und einer schier übermächtigen Zahl an Bösewichten zusammen. Insofern ist „Bevor die Nacht kommt“ ein sehr reizvoller, lesenswerter Kriminalroman.

Kriminalroman mit zwiespältiger Resonanz

Insgesamt hat das Debüt bei mir jedoch eine zwiespältige Resonanz ausgelöst. Ich habe ein Faible für historische Krimis und bin großer Fan von Philip Kerrs „Berlin Noir“-Serie um Bernie Gunther, die in der Vorkriegszeit zum 2. Weltkrieg spielt. Dort wo der Schotte Kerr ohne Hemmungen jedes Klischee über Deutsche hervorholt und mit einer gewissen Lust ein grobes, aber eben doch sehr dichtes, emotionales und deshalb stimmiges Bild des historischem Berlins pinselt, bewahrt der Hamburger Jaspersen eine merkwürde Distanz. Ich fand jedenfalls die alte Reichshauptstadt in „Bevor die Nacht kommt“ nie wirklich greifbar.

Diffuses Stadtbild, schwer greifbare Protagonisten

Das unbehagliche Gefühl des Diffusen ist mir beim Lesen nicht nur beim Tatort sondern auch bei den Protagonisten erhalten geblieben. Natürlich erfährt man vieles über den Psychiater Dalus, dessen Schwester und ihre gemeinsame Familiengeschichte, aber insgesamt sind mir die beiden, vor allem aber auch alle anderen Figuren nicht wirklich Nahe gekommen. Schwer zu sagen, ob Jaspersen das nicht besser hinbekommen hat, er es vielleicht sogar genau so wollte, oder ich beim Lesen einfach nur eine schlechten Tag hatte. Auf jeden Fall hat mich „Bevor die Nacht kommt“ trotz des perfekten historischen Aufhängers nicht restlos überzeugen können.

Tatort:Berlin

Eigentlich bleiben zur Darstellung des historischen Berlins in „Bevor die Nacht kommt“ nur zwei Fragen offen. Eine dreht sich um kulinarische Themen, die andere um die Illumination der Stadt.

Die erste Frage: Gab es 1920 in Berlin eine chinesische Garküche? Das wäre noch interessant herauszufinden, ob die Esskultur damals schon derart internationalisiert war. Der Psychiater Dalus besuchte in Berlin jedenfalls in einer Szene besagte Garküche. Zwar gab es seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in bildungsbürgerlichen Schichten eine gewisse Faszination für die chinesische Kultur (die Faszination erstreckte sich aber keineswegs auf die Menschen, die als eher minderwertig betrachtet wurden). Ob die Faszination so weit ging, dass es die chinesiche „Fastfood“-Restaurants nach Berlin schafften, ist zumindest fragwürdig…

Die zweite Frage: Dalus blickt bei einem nächtlichen Spaziergang auf eine Neon-Reklame. Das brachte mich zu der Frage, ob es 1920 eigentlich schon Neon-Reklamen gab? Antwort, ja, gab es: Offen ist allerdings, ob sie seinerzeit bereits für Reklame an Häusern eingesetzt wurden. Die frühen Leuchtwerbungen wurden, hier kann ich mich allerdings leider nur auf einen Wikipedia-Artikel stützen durch Glühbirnen erhellt Außerdem war offenbar, wenn man den Wikipedia-Autoren glauben darf, noch bis 1923 ein aus dem Weltkrieg stammendes Leuchtwerbungsverbot in Kraft.

Dass soll jetzt ausdrücklich nicht die Fähigkeit oder Integrität des Autoren in Frage stellen, sondern nur mein individuelles Unbehagen mit dem Berlin-Bild, das Simon Jaspersen zeichnet: An den Stellen, an denen es greifbar wird, bleibt es unglaubwürdig. Das ist natürlich für das Gelingen einer Fiktion auch nicht nötig, aber für einen Krimi, wie ich ihn mag, der sich zudem historischer Ereignisse bedient, eben doch wichtig.

Simon Jaspersen, Bevor die Nacht kommt, Rowohlt, 439S., 9,99€, VÖ: 24. Oktober 2014

Autor:

Kategorien
Neu

Philip Kerr schickt Bernie Gunther in Wolfshunger an die vorderste Front

Man könnte ja anfangen zu nörgeln: Die Geschichten um den braven Polizisten Bernie Gunther werden immer unglaubwürdiger, das Schema ist immer gleich, ein Verbrechen im Nazi-Dunstkreis, Ermittlungen die behindert werden und am Ende eine überraschende Wendung. Auch eine unglückliche Liebe läuft dem Berliner Bullen wie eigentlich in jedem Band wieder über den Weg.

Mordermittlungen an vorderster Front

Natürlich hat der mittlerweile neunte Fall um Bernie Gunther mittlerweile einigen Wiedererkennungswert, und natürlich haut Philip Kerr, seit er seinen Kommissar mitten im zweiten Weltkrieg ermitteln lässt, immer wieder richtig auf die Kacke. Zuletzt musste er sich mit Reinhard Heydrich auseinandersetzen, jetzt schickt ihn gar Joseph Göbbels in „Wolfshunger“ an die Front, und zwar im wahrsten Sinne des Worts. Bernhard Gunther muss bei Smolensk ermitteln. Der Mord an polnischen Offizieren im Wald von Katyn erscheint perfekt für einen Propaganda-Coup geeignet. Gunther, innerlich der Wahrheit verpflichtet, beginnt zu ermitteln, wie eigentlich immer. Und wie schon so oft zuvor, gerät er zwischen die Fronten, setzt sich mit seiner eigenwilligen Art zwischen alle Stühle.

Bernie Gunther, eine geniale Erfindung Philip Kerrs

Auch wenn die Fälle gen Ende also immer unglaubwürdiger werden, lässt die Faszination für den knorrigen Polizisten nicht nach. Vom eingangs erwähnten nörgeln jedenfalls bin ich sehr weit entfernt: Philipp Kerr hat einfach eine geniale Figur geschaffen. Dem Schicksal des traurigen Helden, der stets versucht, in finstersten Zeiten das zarte Licht der Wahrhaftigkeit zu schützen, folgt man immer wieder gerne, gerade, weil sein Schöpfer ihn nicht als strahlenden Helden zeichnet. Bernie Gunther macht sich, die Zeiten lassen nichts anderes zu, immer wieder schmutzig, der modrige Sumpf bleibt unnentrinnbar, gleich wie sehr sich der Polizist abstrampelt, er wird hinabgezogen.

Wolfshunger spielt mit der Faszination für die NS-Zeit

Philip Kerr nutzt, seit er den Polizisten mit seiner „Berlin Noir“-Serie der Vorkriegszeit erfunden hat, raffiniert die Faszination für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte: Das funktioniert, weil der Autor Schotte ist (also die nötige Distanz wahren kann), das fesselt aber insbesondere, weil Kerr die Fähigkeit hat, dem Bösen gerade soviel Menschlichkeit und Charisma anzudichten, dass es gerade deshalb in seinen Handlungen noch viel unerträglicher wirkt. Und ganz nebenbei verwebt Kerr mit großem handwerklichen Geschick die ganz große Geschichte mit einem fesselnden Krimi-Plot. Das gilt ausnahmslos vom ersten bis zum jüngsten, dem neunten, Fall „Wolfshunger“.

Tatort: Smolensk

Man weiß jetzt natürlich nicht, ob sich Philip Kerr für seinen Krimi „Wolfshunger“ in Smolensk und Umgebung umgeschaut hat, aber in jedem Fall bedient er die Erwartungen, die man als Leser an eine Kriegszone in den russischen Weiten hat. Die Natur ist unerbittlich, die Weite zehrt an den Nerven. Es ist matschig, es ist kalt, es ist heiß, es ist eigentlich immer unerträglich – und im Wald heulen die Wölfe. Man weiß es wie gesagt nicht, woher Kerr seine Informationen hat, aber es scheint beinahe egal. Neben vielem anderen schildert auch der Schauplatz Smolensk,die immer näher rückende Front und die damit einhergehende Atmosphäre von Angst und Resignation sehr glaubwürdig,

Philip Kerr, Wolfshunger, Wunderlich, 544 S., 22,95€, VÖ: 29. August 2014

Autor:

Kategorien
Neu

Das Hexenmädchen von Max Bentow: Düsterer Thriller mit leichtem Déjà-vu-Effekt

Zu Beginn läuft es nicht gut für Nils Trojan, Kriminalkommissar in Berlin. Der arme Mann, seit Jahren von Panikattacken geplagt, bricht ausgerechnet vor seiner Tochter zusammen. Die Halbwüchsige verfrachtet ihren Vater ins Krankenhaus, wo er von den Ärzten belächelt den Abend in eine Tüte atmend verbringt. Die Angst bleibt beherrschendes Thema in Trojans Leben, bis – und da wäre es interessant zu wissen, ob sein geistiger Vater, der Schriftsteller Max Bentow, da eine gewisse Absicht verfolgt – der deutsche Polizeibeamte, sich mit seiner Ex-Frau einen Joint gönnt. Es wäre ja, sollte ein Plan des Autors dahinter stecken, mal ein origineller Therapie-Ansatz: Jedenfalls spielt nach der kleinen Episode mit der Ex die Angst keine Rolle mehr in „Das Hexenmädchen“.

Max Bentow verwandelt gekonnt verlorene Seelen in Serienmörder

„Das Hexenmädchen“ ist seit seinem Debüt mit „Der Federmann“ mittlerweile der vierte Triller von Max Bentow. Der schreibende Schauspieler besetzt mit seinen Büchern das Genre des Psychothrillers. Es sind besonders gestörte Figuren, die die Romane des Berliners bevölkern. Von Traumata getrieben, verwandeln sich immer wieder verlorene Seelen in Serienmörder.

Kommissar Nils Trojan ermittelt in „Das Hexenmädchen“

Diese Düsternis eines Lebens am Abgrund fängt Bentow auch in seinem neuesten Krimi wieder gut ein, ihm gelingt erneut ein Plot, der eine magnetische Wirkung hat. In „Das Hexenmädchen“ werden gleich zu Beginn drei Tote gefunden, denen gemein ist, dass sie grausam verstümmelt wurden. Genauer gesagt, wurde ihnen mit einem glühend heißen Ofen das Gesicht verbrannt. Außerdem verschwinden rasch zwei Kinder. Der Zusammenhang zwischen den „Ofen-Toten“ ist leicht hergestellt, erst Nils Trojan beginnt zu ahnen, dass auch das Verschwinden in einem Zusammenhang stehen könnte. Die Ermittler geraten unter Druck, weil sie fürchten müssen, dass es mit jedem Tag mehr Tote werden können.

„Das Hexenmädchen“, düsterer Thriller mit Lichtblicken an den richtigen Stellen

Für „Das Hexenmädchen“ von Max Bentow gibt es zwei Einschätzungen. Wenn man das Buch für sich nimmt, ist es ein spannender Psychothriller, gut konstruiert, spannend geschrieben, mit hinreichend kaputten Gestalten, die dem geneigten Krimileser einen wohlig gruseligen Schauer durch die Nackenhaare treiben. Allerdings gönnt der Autor seinem Ermittler bei allen Problemen immer seine persönliche (halbwegs) heile Welt. Dass die Finsternis am Ende nicht siegt, ist natürlich schön, für einen richtig düsteren Psychothriller aber auch ein Problem. Bentow bewahrt aber hier die richtige Balance, dass die gelegentliche Lichtblicke glaubhaft, aber nicht kitschig wirken.

Ein kritisches Wort: Bentow gönnt seinen Figuren leider keine Entwicklung

Die zweite Einschätzung zum „Hexenmädchen“ fällt ein wenig kritischer aus. Bentow hat sein Rezept gefunden und ändert es – leider – nicht ab. So entsteht beim Leser, der mehr als einen der Bände Bentows gelesen hat, der Eindruck, der Berliner habe eine Blaupause, die er über neue Manuskripte legt, um dann nur noch bekannte Muster nachzuzeichnen. Das mag den Seltenleser nicht stören, aber der Vielleser in der Kriminalliteratur wird sich angesichts der Fülle der Konkurrenz ein ständiges Déjà-vu nicht antun wollen. Dass es mit ein und derselben Hauptfigur abwechslungsreich geht, haben unter anderem die Schweden Sjowall/Wahlöö (MartinBeck, zehn Bände) oder der Niederländer Robert van Gulik (Richter Di, 15 Bände) gezeigt. Vielleicht ist der Vergleich mit Ausnahmeerscheinungen der Kriminalliteratur, die ihren Figuren massive menschliche und biographische Wandlungen gegönnt haben, ungerecht, aber wer Serien anlegt, muss sich auch daran messen lassen, ob er seine Protagonisten weiterentwickelt: Und hier hat Max Bentow bei aller Sympathie für die einzelnen Folgen Schwächen.

Max, Bentow, Das Hexenmädchen, Page&Turner, 381S, 14,99€, VÖ: Juli 2014

Autor: