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Arne Dahl gruselt angenehm in Sieben Minus Eins

Am Anfang steht ein packendes Duell. Der Kommissar und eine Verdächtige liefern sich ein packendes Gefecht, bei dem Rollen, Dominanz und Schuld zu wechseln scheinen. Lange ist nicht klar, wer mit wem spielt.

Der Schwede Arne Dahl hat den Auftakt für eine neue Krimi-Reihe vorgestellt. Und um es gleich vorwegzunehmen. Das hat er sehr gut gemacht. „Sieben Minus Eins“ ist von der ersten Minute an spannend und das bleibt bis zum Schluss so. Längen? Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige.

Arne Dahl zelebriert ein grandioses Duell im Verhörraum

Der neue Kommissar von Dahl heißt Sam Berger, ist natürlich ein merkwürdiger Typ, gehetzt von Dämonen, im Dauerstreit mit Vorgesetzten und Menschen gegenüber eher grundsätzlich ablehnend ein. Berger glaubt als so ziemlich einziger in seiner Dienststelle, einem Serienmörder auf der Spur zu sein. Beweise hat er keine, mehr eine Ahnung und einen ausgeprägten Sturkopf, mit dem er sein Team auch gegen dessen Willen mit zieht. Nach kurzem Auftakt, bei dem eine Verdächtige ins Radar der Ermittler gerät, begibt er sich mit ebendieser in den Verhörraum. Das Duell kann beginnen. Erst nach einer guten Stunde beklemmender und fesselnder Psychospielchen, verlassen die Protagonisten den Verhörraum,  folgt eine sehr spannende Hatz auf einen Täter. Es sei nicht mehr verraten, als die Tatsache, dass Berger mit seiner Vermutung, einen Serienmörder zu jagen, Recht behalten soll.

Sieben Minus Eins spielt gekonnt mit erzählerischen Nebelkerzen

„Sieben Minus Eins“ in der Hörbuchfassung ist ein sehr intensives Erlebnis, Peter Lontzek als Stimme Dahls schafft es, die Dramatik des Krimis noch einmal zu verstärken. Allerdings hatte er auch eine Vorlage, die es einfach macht. Der neue Krimi von Arne Dahl hält eine gute Balance aus überraschenden Elementen, einer gehörigen Portion Düsterheit, erzählerischen Nebelkerzen und Gradlinigkeit. Das ergibt eine Mischung, die auch Vielleser (bzw. Hörer) überraschen kann, ohne den Stoff überambitioniert zu überfrachten. Anders als viele schwedische Autoren verzichtet Dahl auf gesellschaftskritische Anmerkungen sondern fokussiert sich auf die beiden Schlüsselthemen Duell und Jagd. Das ist auch mal eine interessante Abwechslung.

Arne Dahl, Sieben Minus Eins, Osterworld -Audio, 707 Minuten, 12,99€, VÖ: 2016

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Philip Kerr und Scott Manson: Krimi und Liebeserklärung an den Fußball

Wenn man ganz strenge Maßstäbe anlegt, produziert Philip Kerr eigentlich ziemlich großen Quatsch. Zu seinem Werk gehören einige Science-Thriller um Yetis oder killende Hochhäuser, historische Stoffe um einen Berliner Cop, der wirklich allen Nazi-Größen vor und während des 2 Weltkrieges auf die Füße tritt – und Krimis um einen ermittelnden Fußballtrainer.

Ganz ehrlich? Ich mag nicht streng sein. Die Bücher von Philip Kerr sind immer wieder großartig, beste Unterhaltung für jede Lebenslage. Kerr schafft es, dass ich als Leser alle Zweifel wegen mangelnder Glaubwürdig sehr weit beiseiteschiebe und mich haltlos im Plot verliere. So ist das auch bei der Trilogie um den schottischen, schwarzen Fußballtrainer mit deutschen Wurzeln, der wider Willen zum Detektiv wird. Scott Manson heißt der Mann, hat eine bewegte und komplizierte Vergangenheit und – wie eigentlich alle Kerr-Kreaturen – einen Schlag bei den Frauen.

Scott Manson ermittelt am Spielfeldrand

Den Auftakt macht „Wintertransfer“, in dem Manson den Mord an seinem Chef Zarco, einem portugiesischen Startrainer aufklärt. Danach folgt „Die Hand Gottes“, in dem es um den Tod eines Mittelstürmers auf dem Platz mitten beim Auswärtsspiel in Griechenland geht. Der dritte, und bislang  letzte (?) Teil schickt den fußballernden Detektiv in die Karibik, wo er einen vermissten Spieler des glorreichen FC Barcelona wiederfinden und zurückbringen soll.

Philipp Kerr räubert sich durch den internationalen Fußball

Wie bei seiner Bernie Gunther-Serie hat Philip Kerr keinerlei Berührungsängste. Hemmungslos lässt er reale Figuren des internationalen Fußballs durch seine Krimis stolpern. Gelegentlich verfremdet  er bekannte Figuren, gibt ihnen Kunstnamen, was nicht heißt, dass man sie nicht dennoch mühelos identifizieren kann.

Scott Manson, natürlich ein sympathischer Ermittler

Ohne hier in die Details zu gehen: Kerr hat wieder Plots erdacht, die krimi-gerechte Spannung garantieren. Es gibt Irr- und Umwege bei den Ermittlungen und immer wieder ordentliche Überraschungen. Und natürlich hat er seinen Scott Manson wieder so gestaltet, dass es sehr leicht fällt, ihn trotz – oder gerade wegen – seiner diversen Schwächen zu mögen.

Wütende Abrechnung und Liebeserklärung an den Fußball

Die besondere Faszination für die Scott-Manson-Reihe speist sich aber aus der Tatsache, dass Kerr als unbedingter und wütender Fan geschrieben hat. Alle drei Krimis sind ehrliche Liebeserklärungen an einen sehr simplen und gerade deshalb faszinierenden Sport, bei dem 22 Männer einem Ball hinterherjagen. Gleichzeitig ist die Trilogie eine gnadenlose Abrechnung mit dem modernen Fußball. Kerr beschreibt einen Sport, der sich zu einer gewaltigen Unterhaltungsindustrie entwickelt hat, in dem Multimilliardäre das Spiel geschehen, Spieler zu unmündigen, twitternden Smartphone-Idioten, Trainer zu zynischen Menschenhändlern und Journalisten zu rückgratlosen Sidekicks auf einer gigantischen Show-Bühne mutieren.

Eine Krimi-Serie für Sportfans

Auch, wenn es vermutlich Heile-Welt-Verklärend ist, habe ich mich immer wieder dabei beobachtet, wie ich beim Lesen zustimmend genickt habe, aber eben auch, weil auf jeder Seite zwischen aller Kritik die bedingungslose Liebe für den Sport durchschimmerte, eine Leidenschaft spürbar wurde, die jedes Leiden überstrahlt. Und wer Fußball mag, wer Sport liebt, der kennt das nur zu genau.

Philip Kerr, Wintertransfer, Tropen, 425 S., 9,95€, VÖ: 2015

Philip Kerr, Die Hand Gottes, Tropen, 397S., 14,95€, VÖ: 2015

Philip Kerr, Die Falsche Neun, Tropen, 367 S., 14,95€, VÖ: 2016

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Ausflug in die Vorstadthölle. Max Landorff: Die Siedlung der Toten

Es gibt Krimis, die sind in ihrem Fachbereich eine außerordentliche Fehlbesetzung – und dennoch lesens-, beziehungsweise hörenswert. So ist das beispielsweise bei Max Landorffs „Siedlung der Toten“.

Auslöser der Geschichte ist der Mord an einer alten Frau in einer Siedlung vor den Toren Münchens. Mit den Ermittlungen wird die unkonventionelle, problembehaftete Kommissarin Eva Schnee betraut. Die begibt sich in eine kompliziertes, man könnte auch sagen verwirrendes Geflecht der Kunstfigur Max Landorff, den sich der Verlag zu Vermarktungszwecken der „Regler-Serie (beispielsweise Die Stunde des Reglers) erdacht hat. Der Autor (oder die Autoren) haben für „Die Siedlung der Toten“ also eine neue Ermittlerin erdacht, die Anneke Kim Sarnau für das Hörbuch mit viel (und interessantem) Leben erfüllt. Ohnehin ist das Hörbuch aufwändig produziert, außerdem lesen unter anderem noch Silvester Groth, Leslie Malton und Felix von Manteuffel.

Zeitreise in ein spießiges Siedlungsidyll

Die Ermittlungen zum Tode der alten Frauen führen weit in die Vergangenheit, zu einem nie aufgeklärten Massentod von gleich 18 Menschen in der Siedlung – und hier wird „Die Siedlung der Toten“ interessant, weniger wegen des grausamen Massentodes sondern wegen der Zeitreise in die spießig-engstirnige (noch gar nicht so lange überwundene) Vergangenheit des kleinbürgerlichen Vorstadtmilieus. Das Leben in der scheinbar idyllischen Bungalow-Siedlung entpuppt sich für die im Vergleich zu den alteingesessenen Dorfbewohnern der Nachbarschaft vermeintlich besser gestellten Neubürgern als echte Vororthölle.

Anneke Kim Sarnau liest über Doppelmoral und Gewalt

Anneke Kim Sarnau als Eva Schnee dabei zuzuhören, wie sie sich Schicht für Schicht immer tiefer durch eine perfekte Oberfläche zu einen verrotteten Kern aus Doppelmoral, Grausamkeit und Gewalt vorarbeitet ist ein gruseliges Vergnügen, aber ungemein fesselnd und faszinierend.  Allein deshalb lohnt es sich, das Hörbuch anzuhören.

Max Landorff übertreibt es mit inneren Monologen

Einen Schönheitsfehler gibt es auch. Wer mit inneren Monologen aller möglicher Getriebener und undurchsichtiger Gestalten nichts anfangen kann, den wird Landorffs Krimi vermutlich immer wieder auch nerven. In „Die Siedlung der Toten“ beglückt der Autor seine Leser/Hörer mit einer Menge dieser Monologe. Vermutlich sind sie ja für die Psychologie des Plots irgendwie wichtig. Mich haben sie ehrlich gesagt eher genervt.

Max Landorff, Die Sprache der Toten, Fischer/Headroom, , (ungekürzt), 14,99€, VÖ: 22. September 2016

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Stefan Keller unterhält mit dem „Ende aller Geheimnisse“

Ein alter Kalender, einige vergilbte Postkarten, altersgraue Wände, Möbel und Gesichter. Deutscher Behördenalltag, genauer gesagt Polizistenleben. So zumindest schildert Stefan Keller in „Das Ende aller Geheimnisse“ den Zustand des KK12 bei der Düsseldorfer Polizei.
Heidi Kamemba, die Neue, die Keller in diese Bürohölle zum Dienstantritt schickt, merkt schnell, dass  sich unter der alltagsstaubbedeckten  Oberfläche tiefe Risse und Abgründe auftun. Von Beginn an steht Kamemba im Abseits, nicht nur weil sie die erste schwarze Kriminalkommissarin ist, sondern vor allem, weil sie motiviert und engagiert ihrer Arbeit nachgeht. Das stört die Routine der Kollegen.

Deutsche Defizite in „Das Ende aller Geheminisse“

Dass Kamemba seit der Ausbildung den Spitznamen „Die Deutsche“ trägt, ist dabei genauer betrachtet mehr als ein harmloser kleiner Scherz Kellers. Er beschreibt die Defizite unseres Landes. Das eine Schwarze grundsätzlich erst mal keine Deutsche sein kann, ist Teil eines latenten Rassismus, den wir noch immer nicht losgeworden sind. Jeder der anders aussieht ist einer verdrehten Logik zufolge auch ein „Ausländer“.

Unterhaltsames Spiel mit Vorurteilen

Keller greift diese Vorurteile auf und spielt mit ihnen. So kommt die Polizisten an ihrem ersten Arbeitstag in ihrem neuen Job nur mit Mühe und misstrauisch beäugt an ihren neuen Arbeitsplatz.  Das kennt man so ähnlich spätestens seit „Happy Birthday Türke“ von Jakob Arjouni, ist aber dennoch unterhaltsam. Im Kommissariat erwarten die Nachwuchs-Polizisten skeptische Kollegen, ein genervter Chef – und gleich ein Mordfall. Unbekannte haben einen Mann umgebracht seine Leiche mit Messern und Feuer derart zugerichtet, dass eine Identifizierung unmöglich scheint. Dennoch gelingt es wegen der Beobachtungsgabe Kamembas, den Namen des Opfers herauszufinden.

Stefan Keller führt seine Ermittler in zahllose Sackgassen

Viel weiter bringt die Identifizierung des Opfers die Polizisten nicht. Jede Spur scheint nur ein einer neuen Sackgasse zu enden, schnell bemerkt die Polizistin mit kongolesischen Wurzeln, dass die Geheimnisse um ihren Vorgänger, der offenbar Selbstmord beging, die innerhalb des Kommissariats sich der Entschlüsselung entziehen, mindestens genauso abgründig sind wie ihr erster Mordfall im Wald vor den Toren der Stadt.

Konventionell, aber gerade deshalb gut

„Das Ende aller Geheimnisse“ ist ein überaus unterhaltsamer, fesselnder Krimi, obgleich er in vielerlei Hinsicht durchschnittlich scheint. Formal und sprachlich ist Kesslers Roman eher konventionell gehalten, der Plot ist weder besonders gruselig noch besonders spektakulär. Aber gerade das macht den Reiz des Kriminalromans aus, gerade weil es ausnahmsweise nicht um Serienmörder, Superschurken oder Weltverschwörung geht, ist der Roman eine wohltuende Abwechslung.

Eine Protagonistin, der man gerne folgt

Die größte Stärke von „Das Ende aller Geheimnisse“ liegt aber daran, dass Keller eine Hauptdarstellerin geschaffen hat, der man gerne folgt. Er baut eine sympathische Figur auf, deren Perspektive er in der Erzählung kaum einmal verlässt. Er gibt genug Preis, dass der Leser die Figur kennen lernt, lässt aber genügend Fragen offen, dank derer sie interessant bleibt. So baut Keller geschickt auch die Erwartungshaltung für eine Fortsetzung auf, was aus Sicht eines Krimiautoren ja meist lohnt.
Heidi Kamemba ist also eine absolute Bereicherung der Krimilandschaft.

Stefan Keller, Das Ende aller Geheimnisse, Rowohlt, 333 S., 9,99€, VÖ: Februar 2017

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Totenfang: Simon Beckett schickt David Hunter erneut in die Ödnis

David Hunter ist zurück. Sechs Jahre lang war der britische forensische Anthropologe untergetaucht, weil sich sein Schöpfer eine Denkpause genommen hat, wenn man mal von einer Kurzgeschichte absieht.

Die Kriminalromane um David Hunter waren ab 2006 so ziemlichste das Aufregendste, das in jenen Jahren zu lesen war. Immer wenn Beckett seinen Mediziner mit dem fatalen Hang in desaströse Dramen zu schliddern in die Ödnis der britischen Inseln schickte, konnte man sich darauf verlassen, für einige wenige Tage im Bann von Sumpfen, Grotten und sturmumtosten Klippen zu landen. Wenn Beckett sich anderer Themen annahm, war das als Lektüre gelegentlich allerdings außerordentlich schrecklich schlecht. (Bei einigen Stoffen hatte er offenbar geübt. Dass die vor der Hunter-Reihe geschaffenen und nachher in Deutschland veröffentlichen Romane Leser erreichen konnten, war vermutlich weniger publizistischen als ökonomischen Gründen geschuldet.)

In Totenfang verschlägt es David Hunter nach Essex

Jetzt also Totenfang, der fünfte Band der Reihe. Aufatmen gleich zu Beginn. Das Leben schickt Hunter, der seit seinem letzten Fall auf dem Abstellgleis für Mediziner mit detektivischen Ambitionen gelandet ist, wieder in einen abgelegenen Winkel der britischen Insel. Es geht in die englischen Backwaters an der Nordseeküste, ein Landstrich in Essex, der verarmt und vereinsamt ist und zu Teilen im Rhythmus der Gezeiten unter Wasser steht.

Ermittlungen im Überschwemmungsgebiet

Die örtlichen Behörden haben eine Wasserleiche entdeckt – und da die sich gerne in eher schlechter Form präsentieren, haben die Entscheider bei der Polizei beschlossen, Hunter als forensischen Anthropologen hinzuziehen, damit die Identifizierung rasch geschehen kann. Das soll allerdings gewaltig schief gehen. Hunter bleibt nach der Bergung des Toten auf dem Weg zur Leichenhalle mit seinem Wagen auf einem dem Tidenhub zum Opfer fallenden Damm stecken. Diese Panne löst eine Kette von Ereignissen aus, bei denen noch weitere Leichen an Land treiben, alte und neue Mordfälle geklärt werden und Hunter Ansätze eines Privatlebens entwickelt. Zum  furiosen Showdown fährt Beckett noch einen ordentlichen Sturm und ein Springflut auf.

Simon Beckett spielt meisterhaft mit der Ödnis der britischen Proviz

Totenfang ist der perfekte Roman für die dunkle Jahreszeit. Beckett versteht es, die ganze Ödnis des verlassenen Küstenstreifens und die Gewalt der See noch im Inneren des Landes fühlbar zu beschreiben, so dass man beim Lesen unweigerlich die Beine hochnimmt, um nicht am Ende noch nasse Füße zu bekommen. David Hunter schafft es jedenfalls kaum ein mal für ein paar Stunden trockene Kleidung am Leib zu behalten.

David Hunter hat ein Talent für die falschen Entscheidungen

Ansonsten mag man David Hunter auch deshalb gerne beim Ermitteln zuschauen, weil er mit stoischer Konsequenz die falschen Entscheidungen zu treffen scheint. Damit dürfte er vielen Lesern Nahe sein, auch, wenn der durchschnittliche Krimi-Leser natürlich nur äußerst selten in Mordermittlungen oder finstere Komplotte schildert. Hunter passiert das ständig

Schwächen? Hat der neue Beckett auch. Die Geschichte ist gut erdacht, der Brite müht sich um Komplexität und überraschende Wendungen. Der versierte Krimileser fühlt sich allerdings bisweilen, als würden ihm subtile Hinweise regelrecht um die Ohren gehauen. Man ahnt früh, in welche Richtung sich viele Handlungsstränge bewegen. Dennoch macht Totenfang wegen des des gelungenen Hauptdarstellers und der gekonnt inszenierten Kulisse Spaß.

Simon Beckett, Totenfang, Wunderlich, 560 S., 19,99€, VÖ: 14. Oktober 2016

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Ursula Poznanski und Arno Strobel stöbern „Anonym“ und erfolgreich im Darknet

Das österreichisch-deutsche Autorengespann Ursula Poznanski und Arno Strobel hat sich erneut zusammen gesetzt und einen Krimi geschrieben, weil das bei „fremd“ schon ganz gut funktioniert hatte. Der neue Krimi heißt „Anonym“ und ist wieder nach dem Prinzip aufgebaut. Zwei Figuren tragen die Handlung, und je ein Autor schreibt aus der Perspektive eines Ermittlers.

Ermittler am Rande der Funktionstüchtigkeit

Poznanski und Strobel haben sich dazu zwei interessante Gestalten ausgedacht, beide sind Polizisten in Hamburg. Nina Salomon ist neu in der Stadt, aus dubiosen Gründen aus der Nachbarstadt Bremen an ihren neuen Dienstort geflüchtet, eine ziemlich kaputte Gestalt und so gerade eben an der Grenze zur Funktionstüchtigkeit. Ihr Partner, Daniel Buchholz, ist auf ersten Blick das genaue Gegenteil. Er funktioniert perfekt, präsentiert eine makellose Oberfläche – und ist im Inneren beinahe so kaputt wie seine Kollegin.

Ursula Poznanski und Arno Strobel stöbern im Darknet

Das Ermittlerteam muss sich mit einem besonders widerlichen Mörder auseinandersetzten. Dieser nutzt die neuen Medien, Internetforen und Social Media, um die Menschen an seinen Verbrechen teilhaben zu lassen. Genauer gesagt lässt er abstimmen, welches seiner Opfer, die er als sterbenswürdig erachtet, er umbringen soll. Zur Auswahl stehen Kandidaten, die nach gemeinem Volksempfinden als unsympathisch gelten und Verbrechen unterschiedlichen Kalibers begangen haben. Ein Rechtsextremer, der Flüchtlingsheime anzündet, ein Arzt, der intrigiert und sich bereichert, eine untreue Ehefrau und ein Hundebesitzer, der seinen Hund in fremde Gärten kacken lässt, geraten unterschiedslos auf die Todesliste

Ankläger, Richter und Henker im Personalunion

Die Polizisten laufen dem Täter, der seine Aktivitäten in das sogenannte Darknet verlegt hat, lange vergeblich hinterher. Immer perfider werden die Runden, irgendwann lässt der Mörder die Menschen im Internet nicht mehr nur Richter spielen, sie werden Ankläger und Henker in Personalunion, die sogar selber Todeskandidaten nominieren dürfen.

Anonym erfüllt alle wichtigen Qualitätskriterien

Streng genommen bietet das Buch von Poznanski und Strobel wenig innovative Ideen. Auch, wenn die Autoren mit ihrem Krimi formal nicht wirklich Neuland betreten, ist „anonym“ perfekte Unterhaltung. Das Buch ist handwerklich einfach außerordentlich gut gemacht. Die Protagonisten blicken hinreichend oft in klare, aber auch vom Nebel der Erinnerung verhangene Abgründe, dass sie gleichzeitig interessant und auf einer empathischen Ebene sympathisch sind (soll heißen, sie sind nicht wirklich immer sympathisch, aber der Leser mag sie trotzdem). Außerdem ist die Geschichte schön verwoben komplex und gleichzeitig schnörkellos klar erzählt, dass sie ein atemberaubendes Tempo aufnimmt, was für ein Krimi ja ein wichtiges Qualitätskriterium darstellt. Vermutlich ist das Thema Darknet und Internetjustiz dem Einfluss von Ursula Poznanski zu verdanken, die sich beim Schreiben ja immer ein gesellschaftlich relevantes Zeitgeistphänomen vornimmt und erklärt. Das bleibt genre-bedingt natürlich oft etwas oberflächlich, verhilft ihren Krimis aber zu einer diffusen gesellschaftliche Relevanz und gleichzeitig zu einer Erdung im Leben – und das ist eine weitere Stärke. Anonym erfüllt also alle (wichtigen) Qualitätskriterien. Wem für graue Novembertage also noch eine Empfehlung fehlt: Lesen. Macht Spaß!

Ursula Poznanski, Arno Strobel, Anonym, Wunderlich, 378 S., 19,95€, VÖ: Oktober 2016

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Gute Nachrichten für Bernie-Gunther-Fans: Philip Kerr schreibt The Lady from Zagreb und zwei weitere Krimis der Serie

Philip Kerr hat wieder einmal Bernhard Gunther von der Leine gelassen: Dieses Mal muss sich der knorrige Detektiv mit Widersachern in Zagreb und der Schweiz auseinandersetzen.  Wie schon beim letzten Band „Wolfshunger“ ist das streng genommen wieder ziemlich unglaubwürdiger Blödsinn – und vermutlich gerade deshalb wieder ein großer Spaß.

Bernie Gunther trifft mal wieder eine Damsell in Distress

Im zehnten Band der Serie lebt Gunther als gescheiterte Existenz, wie auch sonst, an der Côte d’Azur. Bei einem Kinobesuch sieht er einen Film mit einem deutschen Filmstar und betritt in einen Pfad wehmütiger Erinnerungen. Und der beginnt so:  Joseph Goebbels bittet Gunther, ihm einen „privaten“ Gefallen zu tun. Er hat sich in besagte Schauspielerin verguckt, die wegen privater Probleme sich aber weigert, in Berlin, beziehungsweise Babelsberg mit dem Dreh zu beginnen, wo der Propagandaminister der Schönen näher zu kommen hofft. Bernie Gunther soll also die Probleme der Diva aus der Welt schaffen. Es kommt, wie es bei Kerr und Gunther immer kommen muss: Der Cop verguckt sich in die Damsel in Distress, gerät beim Versuch der Schönen zu helfen in massive Schwierigkeiten, legt sich mit allerlei Nazigrößen an, schwebt in Lebensgefahr, deckt eine gigantische Verschwörung auf – und muss am Ende einmal mehr ohne Happy End auskommen.

Bernie Gunther, die brillante Erfindung Philip Kerrs

Philip Kerr strickt seine Detektivgeschichten, die er im Deutschland der Nazizeit ansiedelt, mittlerweile nach dem immer selben Muster. Der Brite schert sich dabei immer weniger um Originalität oder Glaubwürdigkeit. Und dennoch funktionieren die Krimis immer wieder. Die Figur des Bernie Gunter ist einfach brillant erdacht, der abgebrühte Polizist, der immer wieder versuchen muss, sich mit den Monstern der Nazizeit auseinanderzusetzen ohne dabei selber zum Monster zu werden, ist eine herrlich altmodische Heldenfigur. Kerr gelingt es dabei aber auch, durch seine Schilderungen von Nazi-größen und deren Handlangern immer wieder gekonnt die Banalität des Bösen aufzudecken.

Keine Einstiegsdroge, aber ein Muss für Fans

Wer noch nie einen Krimi der Serie gelesen hat, sollte eher die Finger von der Neuerscheinung lassen und sich lieber die ersten drei Bände der Serie vornehmen. Die sind deutlich die bessere Einstiegsdroge und absolut und unbedingt für jeden Krimileser empfehlenswert.  Die beiden jüngsten Bände sind eher für eingefleischte Fans geeignet, die werden aber wieder sehr großen Spaß haben.

Kein Ruhestand für den Berliner Polizisten in Sicht

Und offenbar ist die Fangemeinde so groß, dass es mindestens noch zwei weitere Bände gibt beziehungsweise geben wird, obwohl Kerr eigentlich schon nach dem vorletzten, dem neunten Band, seinen Detektiv in den wohlverdienten Ruhestand schicken wollte. Ein paar Jahre ohne Aufregungen an der Côte d’Azur, vielleicht mit einer schönen Frau an der Seite, in jedem Fall mit einem ausreichenden Vorrat an Schnaps und Zigaretten, würde man Bernhard Gunther schon gönnen.

So geht es für Bernie-Gunther-Liebhaber weiter:

Wer „The Lady from Zagreb“ auf Deutsch lesen will, muss sich noch etwas gedulden. Alle anderen können sich sogar schon auf die Originalausgabe von Band 11 „The Other Side of Silencestürzen. Die ist seit Ende März im Handel. Man kommt also kaum hinterher…

Philip Kerr, The Lady from Zagreb, Quercus Press, 8,50€, VÖ: 7. April 2015

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Besonders fiese Morde in Neuntöter von Ule Hansen

In der Liste der fiesesten Morde nimmt folgende Variante einen Spitzenplatz ein. Das Opfer wird fest in Panzertape eingewickelt und lebendig an einem einsamen Ort in lufiiger Höhe mit (trügerischer) Aussicht auf Freiheit aufgehängt. Der Tod ist, man ahnt es, extrem langsam und besonders qualvoll.

Berlin-Krimi-Debüt eines neuen Autorenduos

Diese besonders hinterhältige Mordvariante hat sich das unter dem Kunstnamen Ule Hansen schreibende Autorenduo Astrid Ule und Eric T. Hansen für ihr Krimidebüt „Neuntöter ausgedacht. Eine derart zugerichtete Leiche findet jedenfalls ein abenteuerlustiger Junge, der verbotenerweise in dem virtuellen Haus am Leipziger Platz in Berlin herumtobt. Für alle Nichtberliner: Mitten im Herzen Berlins, am ansonsten schick bebauten Leipziger Platz, gibt es noch immer eine Baulücke, die mit einer Art Potemkinschen Dorf (einem Potemkinschen Haus, um genau zu sein) kaschiert wird.

Ule Hansen finden einen neuen Tatort im Herzen Berlin

Mitten im trubeligen Berlin nahe dem Touristenmagnet Potsdamer Platz haben die Autoren tatsächlich einen einsamen, hinreichend mysteriösen Ort gefunden, der sich perfekt als Tatort eignet.  Schnell merken die Polizisten bei der Besichtigung des Tatorts: Es gibt nicht eine, sondern gleich drei Leichen, weshalb die Kollegen von der operativen Fallanalyse hinzugezogen werden, die Profile von Serienmördern erstellen helfen.

Eine Ermittlerin, die zwischen Abgründen balanciert

Im Zentrum dieser Truppe steht Emma Carow, die psychisch selber dicht am Abgrund entlang balanciert, insbesondere, nachdem der Mann, der sie einst verschleppt und über Tage misshandelt und vergewaltigt hatte, sehr ungeniert die öffentliche Bühne betritt. Carow blickt also beruflich wie privat in ausgesprochen hässliche Abgründe, die wie es Nietzsche einst formulierte, natürlich zurückstarren.  Allen Widrigkeiten zum Trotz nähert sich die Fallanalytikerin in schleifenartigen Gedanken und  Analysen langsam  einem Täterprofil an – und deckt dabei in Person des Täters, der zuvor noch weitere Menschen auf grausige Weise umbringt, weitere dunkle Seiten des menschlichen Daseins auf.

Neuntöter lohnt wegen einer sperrigen Ermittlerin

Lohnt sich die Auseinandersetzung mit der neuesten Schöpfung in der deutschen Krimi-Ermittler-Szene? Ja, aber. Ein deutliches ja, weil „Neuntöter“ mit hohem Tempo und emotional sehr fesselnd aufgeschrieben ist. Es fällt zudem leicht, mit der sperrigen Ermittlerin durch deren kompliziertes Leben zu stolpern. Ein Randaspekt: Für diejenigen, die die Hauptstadt mögen, wird das Berlin-Feeling gut eingefangen.

Einige kleine Schönheitsfehler bei Ule Hansen

Und nun zum  „aber“. Wer komplexe, raffiniert verwickelte Kriminalgeschichten mag, wird meiner Ansicht nach nicht sehr zuvorkommend bedient. Ein hohes Erzähltempo geht im Krimi ja häufig zu Lasten der Raffinesse. Das ist hier, obgleich die Geschichte einfallsreich mit vielen Ideen angereichert wurde, der Fall, auch wenn das widersprüchlich erscheint. Außerdem hatten Plot und Charaktere leichte Glaubwürdigkeitsdefizite, die über das Maß, das man in einem herausragenden Krimi erwarten würde, hinausgehen.

„Neuntöter“ von „Ule Hansen“ ist also insgesamt spannende Krimi-Unterhaltung mit leichten Schönheitsfehlern. Für Vielleser würde ich eine Leseempfehlung abgeben, weil genug originelle Ideen den Erstling über den Krimi-Durchschnitt erheben.

Ule Hansen, Neuntöter, Heyne, 495 S., 16,99€, VÖ: 29. Februar 2016

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Antonio Manzini: Die Kälte des Todes. Gute Krimi-Unterhaltung mit einem kiffenden Cop im Schnee

Rocco Schiavone hängt noch immer am falschen Ort fest. Der Polizist geht weiterhin eher lustlos im norditalienischen Aosta-Tal seiner Arbeit nach. Wenn man es ganz genau nimmt, hängt Schiavone wohl im falschen Leben fest: Um durch den Tag zu kommen, braucht er am Morgen erst einmal einen Joint. Dennoch gehen ihm die meisten Kollegen auf die Nerven, eine frisch geknüpfte Beziehung steuert auf ein frühes Ende zu, immer wieder führt er Gespräche mit seiner verstorbenen Frau. Dass der aus Rom strafversetzte Cop am heftigsten mit dem Wetter hadert, erdet die krisengebeutelte Existenz.

In dubioser Selbstmord im Zentrum von „Die Kälte des Todes“

In die „Kälte des Todes“ ermittelt Schiavone nach „Der Gefrierpunkt des Blutes“ bereits zum zweiten Mal in den Alpen.  Der zentrale Fall ist schnell erzählt: In ihrer Wohnung wird eine Frau gefunden, die sich auf den ersten Blick selbst erhängt hat. Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch Hinweise, die einen Mord erkennen lassen. Schiavone beginnt zu ermitteln – und kümmert sich gleichzeitig um diverse andere dienstliche und eher außerdienstliche Angelegenheiten.

Antonio Manzini legt in seinem Krimi hinreichend falsche Fährten

Die Nebengleise machen aber den Reiz der Krimis von Antonio Manzini aus, der sich den politisch unkorrekten, meist sarkastisch-grantigen Polizisten erdacht hat.  Dazu kommen noch hinreichend falsche Fährten, die auch den eigentlichen Kriminalfall, in dem ermittelt wird, so komplex gestalten, dass auch Vielleser im Genre noch überrascht werden.

Konventionell , aber sehr unterhaltsam erzählt

Die Krimis von Antonio Manzini sind eher konventionelle Lektüre, die weder formal überraschen noch besonders spektakuläre Geschichten erzählen. In diesem Segment des Mainstream-Krimis überzeugen sie jedoch durch den Ideenreichtums Manzinis und natürlich mit der Hauptfigur, der – so unglaubwürdig sie ist – man gerne beim Ermitteln und Leben zuschaut. Insofern bietet „Die Kälte des Todes“ also reichlich entspannend-spannende Unterhaltung.

Antonio Manzini, Die Kälte des Todes, Rowohlt, 313S., 9,99, VÖ: Januar 2016

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David Lagercrantz betreibt mit Verschwörung schriftstellerische Denkmalpflege

Ich gehöre zu den Lesern, denen die Stieg Larssons Trilogie um Michael Blomqvist und Lisbeth Salander sehr gerne gelesen haben. Larsson hatte vor allem mit dem Erstling „Verblendung“  eine atemberaubende Welt und vor allem eine sensationell ungewöhnliche Protagonistin geschaffen.

Skepsis über den Stieg-Larsson-Nachfolger David Lagercrantz

Die Ankündigung, dass der schwedische Autor David Lagercrantz die Reihe, die durch den frühen Tod Larssons ein vorzeitiges Ende gefunden hatte, fortsetzen wollte, löste bei mir Skepsis aus. Die war so groß, dass ich beinahe ein halbes Jahr um „Verschwörung“ herumgeschlichen bin, bevor ich es zur Hand nahm.

Ein mühsamer Auftakt beim neuen Fall für Blomqvist und Salander

Auf den ersten Seiten schien die Skepsis gerechtfertigt.  Zwar hatte auch Larsson gelegentlich einen eher sperrigen Erzählstil, aber Lagerkrantz wirkte im Vergleich dazu beinahe geschwätzig. Jedenfalls wirkt alles übererklärt, ohne dass der der Autor Blomqvist oder Salander wirklich nahe kommt. Offenbar brauchte Lagercrantz Zeit, sich in die Figuren Larssons hineinzuversetzen. Ab dem zweiten Viertel  nimmt die Geschichte dann aber Fahrt auf und aus der sentimentalen Reise in die Vergangenheit entwickelt sich ein eigenständiger Krimi.

Viel Vertrautes in „Verschwörung“

Wie mit den Figuren  ist das auch mit dem Thema und dem Setting, es dauert bis beides steht – und dann erwartet einen zunächst viel schon einmal Gelesenes: Michael Blomqvist hat mal wieder Probleme. Schöpferisch wie finanziell. Sein Baby, das Wirtschaftsmagazin „Millenium“ steckt in der Krise, es droht der Verlust der Eigenständigkeit. Klingt bekannt?  Das bleibt so. Lisbeth Salander lebt abgeschottet in ihrer Luxusbleibe, hackt sich in Server, auf denen sie eigentlich nichts verloren hat und knöpft sich Männer vor, die sich an Frauen vergehen.

Eine Verschwörung mit Wurzeln in den USA

Natürlich gibt es auch wieder eine gewaltige, beinahe weltumspannende Verschwörung,, deren Tragweite sich den Protagonisten zu erschließen beginnt, als ein schwedischer Experte für Künstliche Intelligenz, der in beziehungsweise für die USA arbeitete, ermordet wird. So weit, so vertraut ist das Ungemach, dem sich Blomqvist und Salander in „Verschwörung“ stellen müssen.

Natürlich bleibt David Lagercrantz seinem Vordenker in Sachen Kriminalroman treu. Spätestens nach dem die Ausgangslage herausgearbeitet ist, entwickelt sein Krimi ein Eigenleben, kann mit eigenen Ideen, einem gelungenen Plot und neuen Figuren überraschen.

David Lagercrantz betreibt literarische Denkmalpflegte

Insgesamt war es also mit einem halben Jahr Wartezeit doch ganz unterhaltsam, sich auf das Wagnis Larsson-Nachfolge einzulassen. Letztlich war es sogar so lesenswert, dass ich eine Fortsetzung lesen würde, auch wenn Lagercrantz mit „Verschwörung“ und möglichen Fortsetzungen nie den Makel  loswerden wird, die Ideen eines anderen auszuschlachten – und wie weit diese schriftstellerische Denkmalpflege trägt bleibt abzuwarten,

David Lagercrantz, Verschwörung, Heyne, 601S., 22,99€, VÖ: 27. August 2015